Leonardo DaVinci Achilles Iatropoulos Gelber Kreis

Der DaVinci-Kreis

Der Kreis ist die vollkommenste aller Geometrien. Er symbolisiert die Sonne, die Einheit, die Unendlichkeit, den Kreislauf des Lebens -uvm.

Die Figur im Kreis zeigt eine vielfältige Dynamik, scheint gleichzeitig aber auch den Kreisring in Balance halten zu wollen.

Eine der entscheidenden Fragen, die sich bei der Betrachtung dieser Zeichnung stellt, ist, warum Leonardo da Vinci ausgerechnet diesen Kreisdurchmesser gewählt hat? Sicher, man könnte sagen, dass er einige Dutzend groß- und gutgewachsene, junge Männer ausgewählt hat, die -mit dem Rücken auf dem Boden liegend- über die Bewegung ihrer Gliedmaßen die Begrenzungen des Kreises festgelegt hätten. Möglich, ja, aber doch ein eher schwaches Argument…

Vielmehr ist davon auszugehen, das Leonardo da Vinci nach Vollkommenheit gestrebt hat -er also einen mathematisch-geometrischen Zusammenhang zwischen Mensch, Natur und Geometrie herstellen wollte -und mit dieser schlichten Zeichnung schlussendlich das alles erreicht hat.

Das Außergewöhnliche in dieser Zeichnung ist die Position des Kreises. Er steht hier -mittig platziert- auf der Grundseite des Quadrates. Vergleichbare Zeichnungen aus der Zeit vor da Vinci, haben die Mittelpunkte von Kreis und Quadrat immer gleichgesetzt. Eine Ausnahme dahingehend stellt die Zeichnung von Giacomo Andrea da Ferrara dar (siehe erstes Bild in dieser Rubrik), von der man aufgrund der zeitlichen Nähe annimmt, dass sie als Vorlage bzw. Inspiration für da Vincis Zeichnung gedient hat.

Übrigens: Selbst heutzutage, ausgestattet mit besten Zeichenutensilien, ist es immer noch eine Herausforderung, einen Kreisbogen dieser Größe und nach Maßvorgabe, sauber und exakt auf Millimeterpapier zu bringen.

Da Vinci hatte hatte mit den Mitteln der damaligen Zeit faktisch aber nur einen Versuch für das gesamte Bild! Es bedarf einer enormen Konzentration und einer perfekten Handführung, um so etwas in einem „Rutsch“ durchzeichnen zu können. Sicher, es hat Vorversuche und Vorzeichnungen geben müssen und die maßgeblichen Elemente und Eckpunkte wurden mit feinen Sticheln vorab ins Papier eingeritzt etc. Aber das finale Kunstwerk durfte eben keinen Fehler aufweisen, auf diesem grobporigen Büttenpapier, finalisieret mit unkorrigierbarer Tinte.

Es ist deshalb davon auszugehen, dass Leonardo da Vinci die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Savants hatte. (Siehe Wikipedia: Kim Peek, Stephen Wiltshire, Daniel Tammet, Jason Padgett)