Copyright: „DE DIVINA PROPORTIONE“ di Luca Pacioli
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Polyeder, gezeichnet von DaVinci
So unfassbar perfekt hat Leonardo da Vinci gezeichnet!
Für das Buch „La Divina Proportione“ des Mathematikers Luca Pacioli hat da Vinci 60! solcher, oder ähnlicher, Polyeder gezeichnet. Wer wäre heutzutage in der Lage, hintereinander solch hochkomplexe, geometrische Körper -ohne Korrekturmöglichkeit- perspektivisch makellos und fehlerfrei aufs Blatt zu bringen? Es sind wohl nur ganz wenige Menschen einer Generation…
Man stelle sich vor, dass nur ein leicht grobporiges Büttenpapier, Lineal, Zirkel und Tuschefeder zur Verfügung standen. Die Tusche ist -einmal aufgetragen- nicht mehr zu korrigieren bzw. zu entfernen. Gezeichnet wird bei Tageslicht -eine bessere Beleuchtung gab es seinerzeit nicht.
Ja, da Vinci war ein Perfektionist mit höchster Konzentrationsfähigkeit und er hatte wahrscheinlich die einzigartige Begabung von Savants. Diese zeigen ein außergewöhnliches Talent im Zeichnen und Malen, mit einer extrem genauen Wiedergabe von Details. Weiter zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie ein fotografisches und auch herausragendes Langzeitgedächtnis besitzen. Darüber hinaus haben sie ein räumliches Denkvermögen und damit eine hervorragende Gesamtorientierung.
Im Prinzip trifft dies alles auf da Vinci zu. Er konnte beispielsweise genau den Moment auf Papier festhalten, den ein Vogel während des Fluges, oder ein Pferd während des Galopps gerade machte..! Befasst man sich mit der umfänglichen Literatur zu seiner Person und zu seinen Werken, dann bleibt auch hierbei unter dem Strich nur diese eine Erkenntnis übrig:
-Er war ein Jahrtausendgenie par excellence-
Leonardo da Vinci war Linkshänder. Dass er in Spiegelschrift geschrieben hat, hat zwei Gründe: Zum einen brauchte die Tinte recht lang, um zu trocknen. Man würde sie dann oft verwischen, weil man unwillkürlich mit dem kleinen Finger der linken Hand über das gerade Geschriebene streift -schriebe man von links nach rechts. Zum anderen erlaubt es eine deutlich höhere Schreibgeschwindigkeit, wenn man die Feder über das Papier ziehen kann -bzw. ziehen muss, eben weil es so rauh ist! Der Schreibfluss wird beim Linkshänder nämlich auch dadurch gebremst, dass die Federspitze (anatomische Limitation der Handhaltung) bei grobporigem Büttenpapier immer ins Papier hineinsticht, stockt und einhakt, schriebe er von links nach rechts.
Es hat also einen sehr gewichtigen und praktischen Grund, dass Leonardo da Vinci so geschrieben hat, wie wir es sehen*. Praktisch für ihn auch deshalb, weil er als „Schnelldenker“ alles recht geschwind aufzeichen wollte. Das erzwungene, langsame und zähe Aufschreiben ist für Menschen, denen es „nur so aus dem Kopf sprudelt“ -fürchterlich!
Wer also seine Niederschriften in früheren Zeiten lesen wollte, brauchte dazu einen Handspiegel. Spiegel, wie wir sie heute kennen, gab es zu Zeiten da Vincis noch nicht. Meistens waren es hochglanzpolierte Metallflächen aus Bronze, oder Messing. Erst ab ca. 1500 gab es aus Murano/Venedig die ersten Glasspiegel, die mit silberfarbenen Metallen hinterlegt waren.
* Historiker vermuten hinter der Spiegelschrift da Vincis, dass es als eine Art Vorsichtsmaßnahme gegenüber Klerus und andersweitiger Dogmen der Zeit angedacht war. Dem folge ich in diesem Zusammenhang nicht. Für speziellen Schriftverkehr hätte man eher in unsichtbarer ‚Geheimschrift‘ geschrieben.
Bittbriefe und private Schreiben hat da Vinci -eben für alle lesbar- ganz normal von links nach rechts geschrieben.

