Die daVinci-Brücke
Naturgesetze erkennen, verstehen, transferieren, anwenden (Biomimetik/Bionik)
Die hier gezeigte „Leonardo-Brücke“ ist eine Holzkonstruktion, die selbsttragend ist. Das Besondere ist die Art und Weise, wie die Holzstäbe miteinander verschränkt sind (Die an den Stäben angebrachten Kordeln verhindern lediglich das seitliche Verrutschen).
Nun stellt sich die Frage, wie Leonardo da Vinci auf diese Konstruktionsanordnung gekommen ist. Sicher, alles was man heute annimmt, ist nicht mehr als eine Vermutung, denn seine Gedankengänge und seine Herangehensweise kann man heute nur abschätzen.
Jedoch liegt es -nach allem, was man bisher von da Vinci gesehen hat- auf der Hand, dass Leonardo die Natur sehr genau und tiefgreifend beobachtet hat. Seine umfassenden Studien und die Aufzeichnungen zur menschlichen Anatomie deuten sehr darauf hin, dass daraus die Idee dieser Art der Brückenkonstruktion entsprungen ist. Im Nachhinein wird man sagen, dass man selbst darauf hätte kommen können: Es sind nämlich -ganz simpel- die verschränkten Hände!
Das kann jeder selbst und ad hoc feststellen, indem man die Finger ineinandersteckt und dabei versucht, die so verschränkten Hände nach unten durchzubiegen. Dieser sich natürlich ergebende Widerstand ist bemerkenswert -und braucht damit nur noch in eine adäquate Holzkonstruktion umgesetzt zu werden.
Aus heutiger Sicht könnte man durchaus feststellen, dass Leonardo da Vinci sozusagen der Pionier der Biomimetik bzw. der Bionik war. Er hat recht früh erkannt, dass die Natur bzw. die fortschreitende Entwicklung in der Natur durch Ausschlussverfahren schließlich das aktuelle und vielleicht sogar das endgültigen Optimum zeigt. Wenn man die Hände und die zehn Finger des Menschen als solch ein evolutionäres Optimum betrachtet, dann wird auch das da Vinci nicht entgangen sein.
Denn die Hände des Menschen sind -aus unendlich vielen Blickwinkeln betrachtet- evolutionär einzigartig.
Vielleicht, oder gerade eben deshalb, hat Leonardo da Vinci die gleichen Breiten der drei mittleren Finger einer Hand für die Quadratseitenlänge der Zeichnung des ‚Vitruvianischen Menschen‘ hergenommen und drei mal hintereinandergelegt. Das ergibt ziemlich genau heutige 18cm.

