Leonardo daVinci

Kreise und Radien (3)

Generell ist diese Zeichnung als Endergebnis einer komplexen Geometrie zu verstehen. Hinter diesem Werk stehen quasi alle seinerzeit bekannten, geometrischen Berechnungen. Dazu gibt es indirekte, aber auch direkte Beweise. Leonardo da Vinci hat mit den Strichen auf der Figur homo ad quadratum Anreize gesetzt, die dahintersteckende Geometrie zu suchen und zu finden.

Hier ist ein direkter Hinweis dazu: Die leicht schräg verlaufenden Striche auf den Ellbeugen der Figur könnten durchaus Bruchteile eines Kreisbogens sein. Dieser hat seinen Mittelpunkt auf den senkrechten Grundseiten des Quadrates mit dem ersten Sechstel der Quadratseitenlänge (M). Der Radius ergibt sich aus der Strecke 3/4 a (=13,5cm).

Der durchgezogene Keisbogen stellt gleichzeitig aber auch die Begrenzung der Beinspreizung des homo ad circulum dar. Hieran erkennt man schon, dass sich die Figur in eine Geometrie einfügt, die im Vorfeld dieser Zeichnung erarbeitet worden ist.

Die Sechstelung der Quadratseitenlänge geht einher mit der Schlüsselbeinlinie der Figur.

Grundsätzlich aber ist bei jeder Teilanalyse dieser Zeichnung auf die vier Hände und zwanzig Finger der Figur zu achten. Nahezu jede, sich rein geometrisch ergebende Linie, berührt oder verläuft entlang einer der Finger. Das sind, oder können, indirekte Beweise dahingehend sein, dass Leonardo da Vinci jeden Finger bewusst so platziert hat. Denn es ist gut zu erkennen, dass die Finger eine „eigene Sprache sprechen“.