Ein gleichseitiges Dreieck
Im Text zu Vitruv steht: „Der Raum, der sich zwischen den Beinen befindet, soll ein gleichseitiges Dreieck sein“.
Es ist gar nicht so einfach, ein gleichseitiges Dreieck passgenau innerhalb der gespreizten Beine zu platzieren. Es brauchte viele Versuche, um die Größe und die Position dieses Dreiecks zu finden. Entscheidend für die Platzierung ist hierbei schließlich die Innenkontur der Beine. Über die Beinmitten hinweg ist es nicht möglich, ein solches Dreieck zu rekonstruieren.
Nun, das gleichseitige Dreieck liegt zwar etwas schief zwischen den Beinen, in der Verlängerung seiner Mittelachse jedoch, trifft es genau den Schnittpunkt der Brustlinie mit der Mittelsenkrechten des Quadrates.
Da Vinci hat den Freiraum zwischen den Beinen der Figur gerade so gewählt, dass man ein imaginäres, gleichseitiges Dreieck -nach Vitruv-, darin sehen könnte. Höchstwahrscheinlich aber ist dies als Marginalie im Kontext dieser Zeichnung zu verstehen.
Viel interessanter jedoch ist der tatsächliche Spreizwinkel, den man erhält, indem man die exakten Beinmitten ausmisst. Dieser liegt deutlich unter dem 60°-Winkel eines gleichseitigen Dreiecks. (siehe Kapitel: Constructions)
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