Goldener Schnitt im Quadrat (Schulterlinie)
Leonardo da Vinci hat mit dem ‚Vitruvianischen Menschen‘ quasi eine erste ‚technische Zeichnung‘ geschaffen. Mit der Grundgeometrie von Kreis und Quadrat selbst, dann aber mit den Strichen auf dem homo ad quadratum, hat er unweigerlich den Anreiz geschaffen, dass man unbedingt nachmessen möchte -um eben zu verstehen, was hinter dieser Zeichnung steckt.
In diesem Bild sind es nun die beiden kurzen Linien, die senkrecht über beide Schultern der Oberarme des homo ad quadratum verlaufen. Der Abstand der beiden Linien zueinander -über den Korpus hinweg gemessen- soll 1/4 der Grundseitenlänge des Quadrates betragen. So steht es in der Fachliteratur beschrieben. Jedoch beträgt deren Abstand zueinander heutige 4,52 – 4,56cm. Das ist nicht unbedingt eine deutliche Abweichung von den 4,5cm eines Viertels der Grundseitenlänge. Aber der Abstand von der Mitte der Figur zur jeweiligen Linie, ist deutlich verschieden: Nach links sind es ca. 2,21cm, nach rechts ca. 2,34cm. Außerdem: Warum wird das Viertel in die Mitte der Figur platziert? Die typische Viertelung liegt bei 4,5cm, 9cm und 13,5cm. Diese hier beginnt aber bei 11,1 bzw. 6,9cm Abstand -von der Quadratseite her gemessen(?).
Weiß man nun allerdings um die Perfektion in da Vincis Werken, dann zeigen diese beiden Linien tatsächlich gar keine Viertelung an! Es wäre überdies sogar schon zu banal, eine so simple Viertelung, extra auf so eine Figur einzuzeichenen, oder? Es muss also eine wichtigeren Grund geben, diese Linien dort platzieren zu müssen…
Setzt man das Quadrat allerdings in den Goldenen Schnitt, dann verläuft die Trennungslinie zwischen Φ-Major und Φ-Minor exakt durch die Linie der linken Schulter der Figur. (Für das Quadrat mit 18cm Seitenlänge sind dies heutige 11,12..cm, die Differenz zur eingezeichneten Linie beträgt rechnerisch zwischen 0,18 und 0,06 Millimetern, je nachdem, welchen Wert man für Φ einsetzt. Die Linienstärke auf dem Papier beträgt 0,3mm). Bei der gleichen Linie auf dem rechten Oberarm der Figur, ist das übrigens nicht der Fall. Sie weist nicht auf den Goldenen Schnitt hin.
Damit wäre ein weiterer Beweis erbracht, dass da Vinci die Verbindung zum Goldenen Schnitt ganz bewusst in diese Zeichnung eingebracht hat.
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