Leonardo da Vinci, da Vinci, Vitruv, Vitruvian, Mensch im Kreis, Mann im Kreis, Qadratur des Kreises, Goldener Schnitt, Kreiszahl Pi, Mona Lisa

Einteilung der Maßleiste (2)

Wie bereits in Teil 1 gezeigt, beinhaltet die Einteilung der Maßleiste offenbar mehr, als nur den direkten Bezug zur Figur.

Leonardo da Vinci hat die Einteilung tatsächlich mittels des Goldenen Schnitts vorgenommen. Und das kann man sehr genau herausmessen. Warum er das gemacht hat und warum die Einteilung der Maßleiste nicht durchgehend ist, erschließt sich zunächst einmal nicht. Man könnte vermuten, dass der Zahlenwert des Goldenen Schnitts (1,618 / 0,618) als Naturkonstante für einen universellen Maßkanon zur Diskussion unter Gelehrten stand…

Um das zu verstehen, muss man wissen, dass eines der großen Menschheitsprobleme darin bestand, keine universelle Maßeinheit zu haben. Ein Jahrtausendproblem und ein großes Kommunikationsproblem obendrein. ‚Naheliegend‘ waren zunächst die Finger, Hände, Arme und Füße, weil man diese immer bei sich hatte. Ja, aber selbst diese Maße waren schon unter den Erwachsenen (Männern) verschieden, aber eben auch überregional sehr unterschiedlich festgelegt. Und sehr kleine Abstände, wie wir sie heute als Millimeter-Einteilung kennen, gab es seinerzeit nicht.* Auf der Maßleiste gibt es sie links und rechts -und sie haben einen Abstand von heutigen 0,191 Millimetern zueinander.

Wie schön wäre es also, wenn man ein berechenbares, mathematisch/geometrisches Einheitsmaß über alle Regionen hinweg hätte? Irgendwo musste man ja einen Anfang machen, und Φ, also der Goldene Schnitt, war -neben den Brüchen und der gleichmäßigen Rasterung- die einzige, allgemeingültige und überregional anwendbare Konstante.

Der Goldene Schnitt hat den Zahlenwert 1,6180 / 0,618… bzw. 81/50 = 1,62  -oder kurz: 8/5.

Anmerkung zum Goldenen Schnitt: Wollte man in früheren Zeiten auf einer geometrischen Fläche die Stelle des Goldenen Schnitts finden, dann hat man dies ganz simpel mit einem Faden gemacht. Man zieht einen Faden von Ecke zu Ecke, also über die Diagonale, faltet diesen dann drei mal (=8 Stränge), entnimmt davon dann fünf Stränge, entfaltet diese wieder entlang der Diagonalen -und hat damit den Bereich des Goldenen Schnitts gefunden. So simpel und fix haben Maler und Bildhauer den Goldenen Schnitt gesetzt, wenn er denn Teil des Kunstwerkes sein sollte.

Deshalb widerspreche ich den Aussagen moderner, computergestützter Methoden, zur nachträglichen Lokalisation aller möglichen Goldenen Schnitte in einem Kunstwerk. So plant und schafft kein Künstler.

Wenn der Goldene Schnitt nun als Basis für eine Maßeinheit festgesetzt werden soll, dann braucht es eine Maßleiste, deren Abstände den Goldenen Schnitt widerspiegeln. So, wie der bronzene Maßstab an offiziellen Gebäuden die regional gültige Längeneinheit anzeigte, so könnten die Abstände auf der Maßleiste für ein mögliches Universalmaß stehen…

* Man konnte Samenkörner, schmale Halme oder auch Borsten vom Wildschwein (ca. 0,2 – 0,4mm) oder vom Pferdeschweif (ca. 0,15 – 0,20mm) nebeneinander platzieren, um Kleinstabstände zu definieren. In verbesserter Form konnten durch genormte Zahnräder mit ihren scharfen Zacken – durch abrollen- gleichmäßige Abstände auf Papier oder Holz eingraviert werden.
(Der Mechanismus von Antikythera ist ein über 2000-Jahre altes, antikes Navigationsgerät aus Bronze, dessen Besonderheit eine Art Uhrwerk ist, dessen Funktion u.a. über mehrere Zahnräder gesteuert wurde. Siehe auch in Wikipedia.)