Leonardo daVinci

Quadratseite  a : 28

Der Geniestreich dieses Meisterstücks! 

Die Rasterung des Quadrates in 28 gleiche Abstände ist als ein weiterer Kernpunkt dieser Zeichnung zu verstehen. Aber warum ist gerade die 28er-Rasterung so aufschlussreich?

Die 28 gilt seit jeher als ‚Vollkommene Zahl‘. Und zwar deshalb, weil sie erstens die Summe ihrer Teiler (1+2+4+7+14 =28) ist -und zweitens, die Summe der ersten 5 Primzahlen (2+3+5+7+11 =28). In ihr steckt insbesondere die 7, die dieses Werk da Vincis entscheidend prägt (4×7=28). Auch die Kreiszahl π ist über den Näherungsbruch 22/7 darin eingeschlossen.

Diese Besonderheit bzw. Vielfältigkeit der 28 ermöglicht es, dass sie eine Vielzahl geometrischer Schnittpunkte erfassen kann. Es ist im Prinzip die perfekte Zahl für das vollkommene Werk.

Die Vielzahl der Schnittpunkte lässt keinen Zweifel daran, dass diese 28-teilige Rasterung Kernbaustein dieser Zeichnung ist:
Der Kreisbogen ist gleich zwei Mal über diese Rasterung definiert (Kreissehnenberechnung). Die erste äußere Senkrechte (1/28) geht exakt durch die Durchtrittstellen des Kreisbogens auf der Oberseite des Quadrates. Beide Daumen des homo ad quadratum berühren exakt diese Senkrechte. Der Mittelfinger (rechts) zeigt exakt auf die Horizontale (5/28). Die Rasterung erfasst ebenfalls und gleichzeitig! die Mittelhorizontale des Kreises und die des Quadrates. Ebenso die Brustlinie und die Knielinien (1/4 a).

Der Abstand zwischen der Mittelfingerkuppe der rechten Hand des homo ad cirkulum zur oberen Ecke des Quadrates beträgt 0,643…cm -über die 28er-Rasterung ausgererechnet. Ausgemessen über die Facsimiles ergibt sich ein Wert von 0,664…cm. Die unter den gegebenen Umständen ermittelte Differenz beträgt 0,21…mm -bei einer durchschnittlichen Strichstärke in der Zeichnung von rund 0,3mm.  

Im Prinzip ist hier bereits eindeutig zu erkennen, dass da Vincis Zeichnung auf der Zahl 7 und einem Mehrfachen davon, aufgebaut ist. Zumindest erleichtert diese Herangehensweise die Suche nach einem gemeinsamen Nenner zwischen Mensch, Geometrie, Goldenem Schnitt und einer Quadratur. Denn jede Zahl, die durch 7, oder einem Mehrfachen davon, geteilt wird, bringt relativ schnell nach dem Komma immer die gleiche, sechstellige Periode (…142857….142857…) hervor.
Ganz erstaunlich ist auch, dass Leonardo da Vinci konsequent und ausnahmslos die arabisch-indischen Ziffern (1 bis 9, plus die Null) verwendet. Er hat sich also direkt der fortschrittlichen, neuen Mathematik zugewandt, mit der man erstmals Nachkommastellen sichtbar machen konnte.

Wir, heute, kennen gar nichts anderes. Zur Zeit da Vincis waren die Möglichkeiten der Berechnungen nach dem neuen Zahlensystem jedoch ein Novum. Man könnte gut und gerne annehmen, dass erst durch diese Berechnungsmöglichkeiten das Endergebnis dieser Zeichnung ermöglicht wurde.