Kreise und Radien (1)
Die aus den Endpunkten der Schlüsselbeinlinie gezogenen Kreisbögen berühren die Spitzen der Mittelfinger -und zwar aller vier ausgestreckten Arme der Figur. Der Radius beträgt ca. 7,8cm.
Interessant ist hierbei nun der Durchtritt einer der Kreisbögen durch den rechten Arm der Figur Homo Quadraticus. Das ist nämlich die Stelle in der Zeichnung, die da Vinci versucht hat, zu radieren.
Das ist ein schöner Beweis dafür, dass Leonardo da Vinci eben genau diese geometrischen Vorzeichnungen gemacht hat. Die Figur fügt sich quasi in ein Netzwerk verschiedenartiger Geometrien ein, die im Vorfeld ermittelt wurden. Man erkennt bei genauer Analyse, dass im Vergleich zwischen Hintergrundgeometrie und Linienführung der Figur -insbesondere der Positionierung der einzelnen Finger- eine direkte Korrelation besteht.
Der Positionierung der Finger und Fingerspitzen ist im Zusammenhang mit der Geometrie dieser Zeichnung von großer Bedeutung. Man könnte es für dieses Bild wie folgt „lesen“, wenn man die Figur sprechen ließe: „Bitte schaue, ich zeige dir mit dem Zeigefinger meiner linken Hand (der Figur), worauf du bei der rechten Hand zu achten hast. Denn mein Mittelfinger zeigt dir genau die Stelle, die für den geometrischen Zusammenhang wichtig ist“.
Tatsächlich ist es die Durchtrittsstelle einer ganz besonderen Linie innerhalb der Geometrie von Kreis und Quadrat. Der Hinweis dazu liegt in der Schlüsselbeinlinie, denn deren Länge von heutigen ca. 2,37cm lässt sich innerhalb der Zeichnung nirgends sinnvoll unterbringen, oder ableiten.
