Eine neue Epoche entsteht nicht einfach aus dem Nichts. Sie entwickelt sich aus Umständen, die der Bevölkerung einer Region oder eines Kontinents, Entlastung vom Elend, spürbare Verbesserung, sichtbare Vorteile (Gewinn, Geld, Vermögen, Besitz, Gesundheit, Freiheiten) und damit allgemein, die Hoffnung auf eine „bessere“ Zukunft erkennen und erfahren lassen.
Dass sich nach 1400 die heute so genannte Renaissance entwickelt hat, liegt zuvorderst an zwei großen Veränderungen, die genau zu dieser Zeit zusammenkamen: Die arabisch-indischen Zahlen und der Buchdruck. Damit konnte Wissen in alle Bevölkerungsschichten getragen werden. Einfach rechnen und berechnen zu können war seinerzeit revolutionär und ermöglichte über die Mathematik erst die Methodik der modernen Wissenschaft, die sich überhaupt erst durch dieses neue, ziffernbasierte Dezimalsystem ausdrücken konnte. Mit dieser neuen „Sprache“ wurde ab ca. 1550 die moderne Mathematik also erst ermöglicht. So konnten die bis dato verborgenen Naturgesetze erstmalig in Form einer gemeinsamen Zahlen- und Symbolsprache aufgeschrieben und kommuniziert werden. Die mathematische „Revolution“ folgte auf dem Fuß und brachte Namen hervor wie Kepler, Fermat, Descartes, Pascal, Bernoulli, Leibnitz, Newton, Euler, Gauß etc.

Um heute verstehen zu können, was damals passiert ist, braucht es einen aktuellen Vergleich: Mitte der 1970er Jahre entstand der erste PC, Büros wurden in den 1980er Jahren nach und nach damit ausgestattet. 1993 startete das Internet und die ersten „Smartphones“ kamen auf den Markt. Wenigen war in den 1980er-Jahren schon bewusst, welch durchdringende Revolution mit der Digitalisierung in Gang gebracht wurde. Heute stehen wir Menschen bereits auf der Schwelle zur nächsten (digitalen) Revolution -der künstlichen Intelligenz. Bis hierhin hat es kaum 50 Jahre gedauert.

Um zu den kleinsten sowie den größten Dingen des Universums vorzudringen, brauchte es den Menschen, um über eine gemeinsame „Zahlensprache“ die moderne Wissenschaft zu erschaffen. Eröffnete sich diese Revolution zu Beginn der Renaissance mit den Ziffern 1 bis 9, plus der Null, so brauchte es für die aktuell stattfindende, revolutionäre Epoche nur noch die Ziffern 1 und Null.

Die Renaissance

Die Renaissance ist die „Wiedergeburt“ der menschlichen Ideale in Anlehnung an die antiken Vorbilder. Sie folgt dem (dunklen) Mittelalter und ist daher antagonistisch geprägt, u.a. durch Offenheit, freies Denken, Wissenschaft und Forschung.

Erstaunlich ist dabei, wie viele der weltweit bekannten Künstler, Forscher, Gelehrten und Entdecker aus dieser Epoche hervorgegangen sind. Um das Jahr 1500 herum, könnten sie sich theoretisch alle einmal begegnet sein.

Die hier aufgeführten Persönlichkeiten haben in ihrem Wirkungsbereich Außergewöhnliches vollbracht. Im Gegensatz zu allen anderen aber, war Leonardo da Vinci ein Allroundgenie. Er hat praktisch all das in Personalunion gemacht, was all die anderen Zeitgenossen eben nur in ihren Sparten vollbracht haben. Und das, was dabei herausgekommen ist, erstaunt bis heute Historiker und Wissenschaftler aller Art. Sein Vermächtnis ist unfassbar Komplex und wird bis heute noch wissenschaftlich aufbereitet. Viele seiner Aufzeichnungen, die man in logischer Abfolge seiner Schaffenszeit hätte vorfinden müssen, sind leider verschollen.

Auch diese Analyse widmet sich heute, 574 Jahre nach seiner Geburt, einem Teil seines Nachlasses -es ist nach der ‚Mona Lisa‘ sicher sein zweitberühmtestes Werk:

„Homo Vitruvianus“ -der Mensch in Kreis und Quadrat.