Die Skalierung der Maßleiste (3)
Bei Vitruv heißt es: „Wenn du die Beine so weit öffnest, dass du um 1/14 deiner Körpergröße abnimmst und deine Arme so weit öffnest und anhebst, dass du mit deinen Mittelfingern die Line des Kopfes berührst, dann wisse, dass der Mittelpunkt der Extremitäten der geöffneten Gliedmaßen der Nabel sein wird“
Das hat da Vinci im Prinzip auch so übernommen. Nur: Es stellt sich die Frage, an welcher Stelle des Fußes bzw. der Fußsohle, die 1/14 des Quadrates den Kreisbogen schneiden?
Da Vinci hat mit zwei Maßstrichen exakt diese Position markiert: Es ist der Fußballen an jeweils den Füßen des homo ad circulo. Zwei weitere Teilstriche der Maßleiste treffen die Position der Ferse und der jeweils dritte Teilstrich -von innen her kommend- begrenzt nahezu die Position des Fußes im Bereich der Zehenspitzen. Das könnte eine Erklärung für die Positionierung der inneren Teilstriche auf der Maßleiste sein, obschon der erste der inneren Teilstriche links, offensichtlich keinen Bezug zur Figur zeigt.
Grundsätzlich gilt es aber, ein begleitendes Phänomen für dieses Werk im Auge zu behalten: Die 7er-Zahlenreihe. Die Zahl 7 ist seit jeher sehr symbolträchtig. Unter anderem liegt es daran, dass sie die Berechnung des Kreisbogens über den „goldenen Bruch“*: 22/7 ermöglicht. Das gesamte Werk des Vitruvianischen Menschen von da Vinci beruht auf der 7er-Zahlenreihe: Nahezu alles ordnet sich den Nennern 7 – 14 – 21 – 28** und 35 unter.
*… diesen besonderen Bruch benenne ich hier einmal so…
**Die Zahl 28 ist eine ‚Vollkommene Zahl‘