Einteilung der Maßleiste:
Hände, Arme und Füße
Die Herausforderung in der Analyse dieser Zeichnung besteht u.a. darin, sämtliche Teilstriche der Maßleiste eindeutig zuordnen zu können. Gleichwohl schon die Skalierung der Maßleiste selbst keiner nachvollziehbaren Regel unterliegt.
Intuitiv und der Logik folgend, wird man die Teilstriche nach oberhalb in die Zeichnung hinein verlängern. Doch die erhofften Bezugspunkte und -Linien an den Armen und Händen des homo ad quadratum sowie den Händen und Füßen des homo ad circulum -finden sich nicht. Denn von den 18 Teilstrichen sind nur ganze drei!, vielleicht vier, den Fingern beider Armpaare zuzuordnen. Einige der Teilstriche auf der Maßleiste passen ganz gut zu den gespreizten Füßen der Figur. Insgesamt ist das aber einfach zu wenig an Übereinstimmung.
Man muss also davon ausgehen, dass die Einteilung der Maßleiste einer anderen Aufgabe dient. Zu beachten ist hierbei, dass zu Zeiten da Vincis zwar Maßeinheiten aus der Epoche der Römerzeit eine Basis bildeten, es aber keine universell gültigen Längenmaße gab, so, wie es heutzutage üblich ist. Einzig das gleichmäßige Aufteilen einer Strecke in Drittel, Viertel, Fünftel etc. (Rasterung), konnte universell kommuniziert werden.
Leonardo da Vinci war für seine präzise Handführung und Detailgenaugkeit bekannt. Davon muss man zwingend auch für diese Zeichnung ausgehen.
Wenn so wenige Linien aus der Maßleiste heraus projiziert, überhaupt eine Markierung, oder eine Fingerspitze treffen, dann wird diese Skalierung auch nicht primär in Bezug zur Figur stehen. Etwas besser sieht es an den Füßen der gespreizten Beine des homo ad circulum aus. Hier stehen tatsächlich einige Schnittpunkte in Bezug zwischen Kreisbogen und der Position der Füße.
